Schwarz und Weiß: dritte Begegnung – erster Punktgewinn
Schwarz und Weiß: dritte Begegnung – erster Punktgewinn
EHC München – TSV Peißenberg 3:3 (1:2, 1:1, 1:0)

Schon traditionell wird in Peißenberg nichts verschenkt, durch harte Arbeit und Schweiß wurde der Ort ja einst auf der oberbayerischen Kohle erbaut und tief unter dem Ort wurde eben diese abgebaut.  Und so ist es heute auch noch, bei den Nachfahren der Bergleute vom Fuße des Hohen Peißenbergs, nur mit Anstrengung und Ausdauer kommt man voran. Wenngleich die Jungs heute eine andere Art von Helm tragen und statt schwarzem Staub weißes Eis bearbeiten.

Nachdem bekanntlich unter München nur Kies liegt, hat auch der EHC München keinen Bezug zum Bergbau oder ähnlichen tiefgrabenden Tätigkeiten. Die Kleinschüler aber sind trotzdem als ausdauernde und unermüdliche Bearbeiter des weißen Eises bekannt, die sich sprichwörtlich tief in ein Spiel eingraben können um den einen oder anderen Punkt ans Tageslicht zu bringen. So war auch die dritte Begegnung dieser Saison mit dem TSV Peißenberg im heimischen Weststadion ein anspruchsvolles und umkämpftes Match, in dem beide Teams mit voller Anstrengung und Hartnäckigkeit versuchten die beiden Punkte zu sichern. Nach zwei knapp, aber dennoch verlorenen Begegnungen erzielte heute das Team des EHC den ersten Punktgewinn gegen die Kleinschüler vom TSV Peißenberg.

Der EHC begann die Begegnung hochkonzentriert und druckvoll und konnte schon nach nur wenigen Minuten den Führungstreffer bejubeln, als Quirin Spies sich schön zentral  durchsetzte und überlegt auf den mitgelaufenen Viktor Kawulok legte, der sicher und routiniert verwandelte.  Der Münchner Nachwuchs dominierte das Spiel auch in der Folgezeit, stand sicher in der Defensive, lies keine Torschüsse zu und erarbeitete sich mehrere gute Gelegenheiten das Ergebnis zu erhöhen. Peißenberg erschwerte sich durch eine Strafzeit noch zusätzlich die Arbeit im Weststadion. Etwas unerwartet fiel dann der Ausgleich durch die Gäste, als sich nach einem wenig gelungen Münchner Wechsel eine Schussgelegenheit ergab, die sich ein TSV Stürmer nicht entgehen ließ. Peißenberg zeigte dann eine ziemlich überraschende taktische Variante – mehr Strafzeiten könnten helfen, die Heimmannschaft zu verwirren. Klingt abwegig, erwies sich aber als erfolgreich. In Unterzahl waren die Münchner überrascht, dass der Gegner nicht nur verteidigt und vernachlässigten selbst die Defensive. 1:2 für die Gäste als Resultat. Der Rest des ersten Drittels verlief, neben weiteren Strafzeiten für München und Peißenberg, relativ ereignislos.

Die Münchner Kleinschüler starteten in das zweite Drittel ebenso motiviert wie bereits in das erste Drittel. Und wie auch im ersten Drittel wurde das Engagement belohnt: der EHC Torjäger Dominik Karges erzielte auf  Zuspiel von Luca Schollenberger den verdienten 2:2 Ausgleich. Die TSV Kleinschüler reagierten umgehend auf den Verlust der Führung und erhöhten den Druck auf das Münchner Tor. Ein harter Schuss von der blauen Linie klingelte noch am Pfosten, kurz darauf kam ein Stürmer frei und unbedrängt  zum Schuss, den ein Münchner Verteidiger unglücklich zur erneuten Peißenberger Führung abfälschte. Dann ergriff der TSV wieder die gefährliche „Unterzahl-Taktik“, und prompt schaffte es ein Stürmer, von der blauen Linie alleine auf das Münchner Tor zu laufen, fand jedoch im Goalie seinen Meister. München legte in der Folge einige Briketts zu und konnte das Spiel wieder ausgeglichen gestalten. Eine weitere Strafe der Gäste resultierte in guten Chancen für den EHC, die aber alle vom Torhüter der Gäste entschärft wurden.  Eine Schrecksekunde galt es noch zu überstehen, als die Verteidigung und der Goalie des EHC sich nicht einigen konnten, wer den Puck übernimmt und denn ein Peißenberger sich des freien Pucks annahm, aber nichts Zählbares damit anzufangen wusste.

Im letzten Drittel wollten die Kleinschüler des EHC München das Blatt unbedingt wenden. Das dritte Spiel gegen Peißenberg sollte nicht wieder so knapp verloren werden, wie bereits die beiden vorgehenden Begegnungen. Jetzt würde es sich zeigen, ob genügend Kraft bei den Trainingseinheiten getankt wurde, um das Drittel noch als Sieger zu beenden. Doch zuerst hatten die Gäste die Möglichkeit den Vorsprung zu vergrößern – Penalty.  Der gefoulte Spieler lief an, kam aber nicht an Julius Schmid im Münchner Tor vorbei. Aufatmen bei Eltern und Heimfans, Aufstöhnen auf  Seiten der Gäste. Es ist immer wieder eine interessante Frage, warum ein Penalty so ungleich schwerer zu schießen ist, als ein Alleingang aus dem Spiel heraus. Die nächste Torchance dann wieder auf Münchner Seite, Endstation war der Blocker des TSV-Keepers. In der Folge belagerten die Münchner Kinder das Drittel der Peißenberger, aber das so wichtige Ausgleichstor wollte nicht fallen. Jedoch auch der EHC Keeper konnte sich noch einige Male bei Angriffen der Gäste auszeichnen. Aber dann ein erwartungsvoller Aufschrei des Münchner Fanblocks: Luca Nadler hatte sich durchgespielt und lief, verfolgt von einem Verteidiger, alleine auf das gegnerische Tor zu. Seinen Schuss konnte der Goalie noch nach vorne abblocken, allerdings genau auf seinen mit Schwung auf das Tor zusteuernden Verteidiger. Und es kam, wie es kommen sollte, dieser beförderte den Puck an seinem bereits geschlagenen Torhüter vorbei ins Netz und hinterher gleich sich selbst und den Goalie. Beide Seiten waren mit diesem Resultat noch nicht zufrieden und versuchten ein weiteres Tor, das Siegestor, zu erzielen. Trotz intensiver Bemühungen gelang es aber nicht, ein weiteres Mal den Stadionsprecher zu einer Tordurchsage zu bewegen. Das Spiel endete mit einem von beiden Mannschaften bejubelten und auch vom Spielverlauf gerechten 3:3.
Geschafft, der erste Punkt gegen Peißenberg in dieser Saison war unter Dach und Fach.