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23.01.2010

Kurioser Sieg im Allgäu

Patrik Vogl rettet München in die Overtime


Mit dem fünften Sieg im sechsten Spiel des neuen Jahres startete der EHC München ins Wochenende. Vor 2306 Zuschauern bezwang das Team aus der Landeshauptstadt den ESV Kaufbeuren auswärts mit 3:4 n.V. (2:0/0:1/1:2/0:1).

In den ersten Minuten der Partie kam die Mannschaft um Head Coach Pat Cortina gut in die Partie, konnte sich aber noch keine wirklich zwingenden Chancen erarbeiten. Als nach etwas über drei Spielminuten Kevin Lavallee auf der Strafbank Platz nehmen durfte, war dem Münchner Spielwitz aber schon wieder der Gar ausgemacht. Beflügelt durch das Überzahlspiel nahmen die Hausherren zunehmend das Zepter in die Hand und gingen in der 10. Spielminute durch einen Schlenzer von Oppolzer in Führung. Da von Münchner Seite bis dato wenig zu sehen war, überraschte es kaum,als Webb in Minute 17 per Abstauber im Slot sogar auf 2:0 für seine Farben erhöhen konnte, womit es dann auch in die erste Drittelpause ging.

Nach einer scheinbar ordentlichen Kabinenansprache kam der EHC mit deutlich mehr Engagement aufs Eis und kam nun mehrmals gefährlich vor das Tor von Heimtorwart Tragust. Nach knapp 27 gespielten Minuten gelang dann endlich der nun auch verdiente Anschlusstreffer durch Dylan Gyori, der von der feinen Vorarbeit von David Wrigley profitierte und den Puck in den rechten oberen Torwinkel zimmerte. Trotz weiterer guter Möglichkeiten auf beiden Seiten blieb es nach 40 Spielminuten beim knappen Rückstand aus Münchner Sicht.

Im Schlussabschnitt drängten Kompon und Co. nochmals verstärkt auf den Ausgleich, verzogen allerdings sehr häufig die schön herausgespielten Möglichkeiten. Erst im Powerplay in der 49. Spielminute gelang schließlich Dave Reid nach nur fünf Sekunden in Überzahl durch einen Hammer von der blauen Linie knapp unter die Latte der Ausgleich zum 2:2. Die Freude währte jedoch nur kurz, da nur drei Minuten danach Kaufbeuren in eigener Überzahl durch Körner nachlegte und den alten Vorsprung wieder herstellte. Trotz aller Münchner Bemühungen schien das Tor wie vernagelt –   bis fünf Sekunden vor Ende. Nachdem Kevin Lavalle exakt zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit nach einer sehr fragwürdigen Entscheidung von HSR Jan Korb in die Kühlbox geschickt wurde, waren eigentlich alle Hoffnungen der zahlreich mitgereisten EHC-Fans dahin. Doch trotz einem Mann weniger auf dem Eis agierte der EHC torgefährlicher als Kaufbeuren, fand aber zunächst dennoch kein Mittel zum erneuten Ausgleich. Als Kaufbeurens Fans zehn Sekunden vor Ende die Uhr runter zählten, schaute ihr Torwart Tragust scheinbar ebenfalls zur Uhr, anstatt, wie eigentlich zu diesem Zeitpunkt dringend erforderlich gewesen wäre, aufs Spielfeld. Aus einer unübersichtlichen Situation im Mitteldrittel gelang es dann Patrik Vogl exakt bei 59:55 auf der Uhr den Puck doch noch in Richtung Tor zu befördern, welcher dann flach an Tragust vorbei ins Tor rutschte und so doch noch die Verlängerung erzwang.

Euphorisiert startete der EHC München dann in die Overtime und schnürte Kaufbeuren in deren Drittel ein. Nach knapp über zwei Minuten nutzte schließlich Brandon Dietrich einen der vielen Abpraller aus kurzer Distanz zum 3:4 Endstand und ließ den Münchner Anhang in wahren Freudentaumel verfallen.

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